Hundebesitzer aufgepasst, der Sommer ist da. Endlich wieder Zeit für Eis, ausgiebiges Baden und gemütliches Brutzeln in der Sonne. Doch alles, was wir Menschen am Sommer so lieben, kann für unsere Vierbeiner sehr schnell zur gefährlichen Belastung werden.
Hund und Hitze sind nämlich ein gefährliches Duo. Wir Menschen entscheiden selbst, wann wir in den Schatten gehen, wie luftig wir uns kleiden und wie viel Sonne wir vertragen. Wir schwitzen und regulieren so unsere Temperatur. Hunde können das kaum.
Hunde sind im Sommer vollständig auf die Umsicht ihrer Halter angewiesen. In diesem Ratgeber erfährst du, warum Hunde so hitzeempfindlich sind, wie du sie an heißen Tagen unterstützt, mit welchen sieben einfachen Maßnahmen du für Abkühlung sorgst und woran du einen lebensbedrohlichen Hitzschlag erkennst.
Kurz & knapp: Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Für die meisten Hunde wird es ab ca. 28–32 °C gefährlich, für kurznasige Rassen schon ab ca. 25 °C.
- Asphalt heizt sich bei 25 °C Lufttemperatur bereits auf ca. 50 °C auf – der 5-Sekunden-Test mit dem Handrücken zeigt, ob es zu heiß für Pfoten ist.
- Hunde schwitzen kaum – sie kühlen sich fast ausschließlich durchs Hecheln.
- Hitzschlag-Symptome: starkes Hecheln, dunkelrote/blaue Schleimhäute, Taumeln, Erbrechen – sofort in den Schatten und zum Tierarzt.
Den Hund niemals im Auto lassen, auch nicht mit geöffnetem Fenster.
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Warum Hunde so hitzeempfindlich sind
Der entscheidende Unterschied zu uns: Hunde haben so gut wie keine Schweißdrüsen. Nennenswert schwitzen sie nur über die Pfotenballen. Ihre Körperwärme regulieren sie fast ausschließlich über das Hecheln. An sehr heißen, schwülen Tagen reicht das oft nicht aus, um die Temperatur stabil zu halten.
Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt bei etwa 38 bis 39 °C. Steigt sie über rund 40 °C, wird es kritisch, und es droht ein Hitzschlag.
Bello's Fakt:
Weil Hunde kaum schwitzen, kühlen sie sich fast nur über die Atmung. Kurznasige Rassen können dabei viel weniger Luft bewegen und überhitzen deshalb deutlich schneller.

Nicht alle Hunde empfinden Hitze gleich
Bevor wir zu den Tipps kommen: Nicht jeder Hund leidet gleichermaßen unter hohen Temperaturen. Herkunft, Fellbeschaffenheit, Alter und Rasse spielen eine entscheidende Rolle bei der Hitzetoleranz. Ein Siberian Husky, der für eisige Schneelandschaften gezüchtet wurde, fühlt sich bei 30 Grad niemals so wohl wie ein wärmeliebender Rhodesian Ridgeback.
Als grobe Richtwerte gelten: Für kurznasige (brachyzephale) Rassen wird es bereits ab ca. 25 °C kritisch, für die meisten anderen Hunde ab ca. 28–32 °C. Diese Werte sind Orientierung, kein Freifahrtschein – beobachte deinen Hund immer individuell.
Besonders schwer haben es im Sommer:
- Kurznasige Rassen (Brachyzephalie): Möpse, Französische Bulldoggen oder Boxer haben durch die verkürzten Atemwege massive Probleme, Luft zur Kühlung einzuatmen. Hitzschlag-Gefahr besonders hoch.
- Stark übergewichtige Hunde: Eine dicke Fettschicht isoliert den Körper zusätzlich, der Kreislauf ist ohnehin belastet.
- Kranke und ältere Hunde: Senioren und Hunde mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden besonders unter drückender Schwüle.
- Hunde mit dichter Unterwolle: Rassen wie Neufundländer oder Berner Sennenhunde kämpfen stärker mit der Hitze.
Diese Hunde brauchen im Sommer besondere Aufmerksamkeit, viel Ruhe und sanfte Pflege.
7 Tipps zur Abkühlung
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Routinen nimmst du deinem Hund den größten Teil der Hitzelast ab.
1. Spaziergänge in die kühlen Tageszeiten verlegen
Verlege längere Runden auf den frühen Morgen und den späten Abend. In der Mittagshitze reicht ein kurzer Gang zum Lösen. So vermeidest du die stärkste Sonne und den heißesten Boden.
2. Immer frisches Wasser bereitstellen
Sorge zu Hause für mehrere Wasserstellen und nimm unterwegs immer Wasser mit. Kühles, frisches Wasser animiert deinen Hund zum Trinken und hält den Kreislauf stabil.
3. Schatten und kühle Rückzugsorte schaffen
Dein Hund braucht jederzeit einen schattigen, luftigen Platz. Gut sind kühle Fliesen, ein abgedunkelter Raum oder ein schattiger Bereich im Garten. Achte darauf, dass der Schatten mit der Sonne wandert.
4. Aktivität und Anstrengung drosseln
Verzichte bei Wärme auf Joggen, Radfahren und wildes Spielen. Anstrengung ist der unterschätzteste Auslöser: In einer großen Studie ging der Großteil der Hitzeerkrankungen auf körperliche Aktivität zurück, deutlich häufiger als das eingesperrte Auto (Hall et al., 2020a).
Bello's Fakt:
Viele denken beim Hitzschlag zuerst ans Auto. Tatsächlich entstehen die meisten Fälle durch Bewegung in der Hitze (rund 74 Prozent gegenüber etwa 5 Prozent im Fahrzeug; Hall et al., 2020a). Ruhe ist an heißen Tagen also die beste Vorsorge.
5. Heißen Asphalt meiden
Asphalt heizt sich in der Sonne extrem auf und kann die empfindlichen Pfotenballen verbrennen. Mach vorher den Handrücken-Test.
Bello's Tipp:
Lege deinen Handrücken für 5 bis 7 Sekunden auf den Boden. Hältst du die Hitze nicht angenehm aus, ist es auch für die Pfoten deines Hundes zu heiß. Weiche dann auf Gras, Schatten oder eine kühlere Tageszeit aus (VIER PFOTEN, 2019).
6. Für aktive Abkühlung sorgen
Biete deinem Hund gezielte Abkühlung an: eine Kühlmatte oder ein feuchtes Handtuch als Unterlage, ein flaches Planschbecken oder nasse Pfoten und Bauch. Wichtig: Kühlmatte oder Handtuch immer als Unterlage nutzen und den Hund nicht damit zudecken, sonst staut sich die Wärme.
Auch selbst gemachtes Hundeeis oder gefrorene Snacks sind eine tolle Erfrischung. Rezepte findest du in unseren Ratgebern zu Eiswürfel für Hunde und Hundeeis selber machen.
7. Deinen Hund niemals allein im Auto lassen
Ein geparktes Auto wird bei Hitze zur tödlichen Falle, auch im Schatten oder mit gekipptem Fenster. Schon bei 20 °C Außentemperatur kann sich der Innenraum innerhalb einer Stunde auf etwa 46 °C aufheizen. Bei 30 °C außen wird der lebensgefährliche Bereich bereits nach rund 30 Minuten erreicht (ADAC, o. J.).
Außentemperatur |
Innenraum nach ca. 30 Min |
Einordnung |
20 °C |
bis ca. 40 °C |
bereits kritisch |
30 °C |
über 45 °C |
lebensgefährlich |
35 °C |
über 50 °C |
akute Lebensgefahr |

🚨 Notfall: Siehst du einen Hund allein im heißen Auto und er hechelt stark, ist apathisch oder reagiert nicht mehr, zögere nicht. Alarmiere in Österreich die Polizei unter 133 oder den Euronotruf 112.
Sommerfell: scheren oder besser nicht?
Viele Halter überlegen, ihren Hund im Sommer zu scheren, damit er weniger schwitzt. Ob das sinnvoll ist, hängt aber stark vom Felltyp ab. Eine Kahlschur ist fast immer die falsche Entscheidung.
- Hunde mit Doppelhaar (z. B. Husky, Schäferhund, Golden Retriever, Australian Shepherd): besser nicht scheren. Das Deckhaar schützt vor UV-Strahlung und hilft sogar bei der Temperaturregulierung. Sinnvoller sind regelmäßiges Bürsten und das fachgerechte Entfernen loser Unterwolle.
- Hunde mit einschichtigem, ständig wachsendem Fell (z. B. Pudel, Bichon): dürfen professionell gekürzt werden. Lass dabei mindestens etwa 2,5 cm Fell stehen und scher nie bis auf die Haut.
- Kurzhaarige, hellhäutige oder haarlose Hunde: brauchen keine Schur, dafür aber besonders guten Sonnenschutz.
Bello's Fakt:
Das Deckhaar wirkt wie ein natürlicher Schutzschild gegen UV-Strahlung. Wer seinen Hund zu kurz schert, riskiert Sonnenbrand und manchmal sogar eine schlechtere Wärmeregulierung. Im Zweifel entscheiden Tierarzt und ein qualifizierter Hundefriseur gemeinsam.

Baden und Schwimmen: Vorsicht vor Wasservergiftung
Ein Sprung ins kühle Wasser ist an heißen Tagen die schönste Abkühlung. Damit der Badespaß sicher bleibt, solltest du eine seltene, aber lebensgefährliche Gefahr kennen: die Wasservergiftung.
Nimmt dein Hund in kurzer Zeit sehr viel Wasser auf, verdünnt sich sein Blut und der Natriumspiegel fällt gefährlich ab. Typische Auslöser sind langes Apportieren mit offenem Maul, Tauchen nach Steinen oder Spielzeug und das Schnappen nach dem Strahl von Gartenschlauch oder Rasensprenger. Runde Bälle begünstigen das Verschlucken von Wasser stärker als flache, gut greifbare Schwimmspielzeuge.
🚨 Warnzeichen einer Wasservergiftung
Achte auf ungewöhnliche Müdigkeit oder Unruhe, Schwäche, Erbrechen, einen aufgeblähten Bauch, starkes Speicheln, blasse Schleimhäute und geweitete Pupillen. Später kommen Wanken, Koordinationsprobleme, Muskelzittern, Krämpfe und Bewusstlosigkeit dazu. Beende bei Verdacht sofort das Wasserspiel, halte deinen Hund ruhig und fahre umgehend in die nächste Tierklinik. Gib ihm nichts eigenmächtig ein.
So beugst du einer Wasservergiftung vor:
- Wasseraktivitäten immer beaufsichtigen und zeitlich begrenzen.
- Regelmäßige Pausen an Land einlegen, auch zum Urinieren.
- Flache, gut greifbare Schwimmspielzeuge statt runder Bälle verwenden.
- Deinen Hund nicht nach Gegenständen tauchen lassen.
- Spiele mit dem Wasserstrahl aus Schlauch oder Rasensprenger vermeiden.
Mehr Details zu Symptomen, Behandlung und Vorbeugung findest du in unserem Ratgeber zur Wasservergiftung beim Hund.
Richtige Ernährung an heißen Tagen
Viele Hunde fressen bei Hitze weniger, das ist normal. Trotzdem sollte die Mahlzeit dann leicht verdaulich sein und den Kreislauf nicht zusätzlich belasten. Auch die Flüssigkeitsversorgung spielt eine große Rolle.
Genau hier hilft frisches Futter. HelloBello wird schonend gegart, ist leicht verdaulich und hat einen von Natur aus hohen Feuchtigkeitsgehalt, der deinen Hund an heißen Tagen zusätzlich mit Flüssigkeit versorgt. Die Rezepte sind bereits fertig auf deinen Hund abgestimmt und bedarfsdeckend zusammengesetzt, du musst also nichts selbst ausbalancieren. Der appetitliche Frischgeschmack motiviert außerdem viele Hunde, auch bei Hitze zu fressen.
Hitzschlag beim Hund erkennen
Ein Hitzschlag ist ein absoluter Notfall. Je früher du die Warnzeichen erkennst, desto besser stehen die Chancen. Achte auf diese Symptome:
- Frühe Zeichen: starkes, anhaltendes Hecheln und schnelle, flache Atmung
- Deutliche Zeichen: vermehrter Speichelfluss, Unruhe, gerötete Schleimhäute und Ohren, Herzrasen
- Alarmzeichen: Taumeln, Schwäche, Erbrechen oder Durchfall, Teilnahmslosigkeit
- Lebensgefahr: bläuliche oder blasse Schleimhäute, Krämpfe, Bewusstlosigkeit
Als grobe Orientierung: Liegt die Körpertemperatur über 40 °C, besteht dringender Überhitzungsverdacht (VDH, o. J.).
Erste Hilfe bei Hitzschlag
Wenn du einen Hitzschlag vermutest, handle sofort und in dieser Reihenfolge:
- 1. Raus aus der Hitze: Bring deinen Hund umgehend an einen kühlen, schattigen und luftigen Ort.
- 2. Langsam abkühlen: Befeuchte ihn mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser. Beginne an Pfoten und Beinen, dann Bauch und Körper. Eiskaltes Wasser kann den Kreislauf zusätzlich schocken.
- 3. Trinken anbieten: Einem wachen Hund darfst du Wasser anbieten, aber flöße nichts ein.
- 4. Sofort zum Tierarzt: Verständige umgehend deine Tierarztpraxis oder Tierklinik und fahre hin.
🚨 Wichtig: Auch wenn sich dein Hund scheinbar erholt, muss er tierärztlich untersucht werden. Ein Hitzschlag kann innere Organe und die Blutgerinnung schädigen, ohne dass es sofort sichtbar ist.

Häufige Fragen (FAQ)
Ab welcher Temperatur wird es für Hunde gefährlich?
Eine feste Grenze gibt es nicht, weil Rasse, Alter und Gesundheit mitentscheiden. Ab etwa 25 °C solltest du vorsichtig werden, ab 30 °C ist besondere Vorsicht nötig. Steigt die Körpertemperatur deines Hundes über 40 °C, ist das ein Notfall.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag beim Hund?
Typisch sind starkes Hecheln, vermehrtes Speicheln, gerötete Schleimhäute, Taumeln, Erbrechen und Teilnahmslosigkeit. Bläuliche Schleimhäute, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit sind akute Lebensgefahr.
Was tun bei einem Hitzschlag?
Bring den Hund sofort in den Schatten, kühle ihn langsam mit lauwarmem bis kühlem Wasser von den Pfoten aufwärts, biete Wasser an und fahre umgehend zum Tierarzt. Nicht eiskalt abkühlen.
Wie kühle ich meinen Hund richtig ab?
Mit Schatten, frischem Wasser, einer Kühlmatte oder einem feuchten Handtuch als Unterlage, einem Planschbecken und nassen Pfoten. Decke den Hund nie mit nassen Tüchern zu, das staut die Wärme.
Darf mein Hund bei Hitze Gassi gehen?
Ja, aber am frühen Morgen oder späten Abend. Mach vorher den Handrücken-Test auf dem Asphalt und meide die Mittagshitze.
Wie lange darf ein Hund bei Hitze im Auto bleiben?
Gar nicht. Ein Auto heizt sich schon bei 20 °C Außentemperatur innerhalb einer Stunde auf rund 46 °C auf. Auch kurze Zeit und ein gekipptes Fenster sind lebensgefährlich.
Welche Hunde sind besonders gefährdet?
Kurznasige Rassen, übergewichtige, alte und kranke Hunde sowie Rassen mit dichter Unterwolle. Sie brauchen im Sommer besonders viel Schutz und Ruhe.
Ist es sinnvoll, meinen Hund im Sommer zu scheren?
Das hängt vom Felltyp ab. Hunde mit Doppelhaar wie Husky oder Golden Retriever solltest du nicht scheren, weil das Deckhaar vor Hitze und Sonne schützt. Einschichtige Felle wie beim Pudel dürfen fachgerecht gekürzt werden, aber nie bis auf die Haut. Kurzhaarige und hellhäutige Hunde brauchen keine Schur, sondern guten Sonnenschutz.
Was ist eine Wasservergiftung beim Hund?
Eine Wasservergiftung entsteht, wenn ein Hund beim Schwimmen, Apportieren oder Spielen mit dem Wasserstrahl sehr viel Wasser verschluckt. Der Natriumspiegel im Blut fällt ab, das ist lebensbedrohlich. Warnzeichen sind Mattigkeit, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch, Wanken und Krämpfe. Beende bei Verdacht sofort das Wasserspiel und fahre umgehend zum Tierarzt.
Sind Eiswürfel für Hunde gefährlich?
In Maßen und langsam angeboten sind Eiswürfel für die meisten Hunde unbedenklich und eine nette Erfrischung. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu Eiswürfeln für Hunde.
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Jetzt bestellenFazit: Den Sommer gemeinsam und sicher genießen
Hund und Hitze bleiben ein gefährliches Duo, aber du hast es in der Hand. Wer die Spaziergänge in die kühlen Stunden legt, für Wasser, Schatten und Ruhe sorgt, heißen Asphalt und das Auto meidet und die Warnzeichen eines Hitzschlags kennt, bringt seinen Hund sicher durch den Sommer. Beobachte deinen Hund an heißen Tagen genau, und im Zweifel gilt immer: lieber einmal zu früh zum Tierarzt als einmal zu spät.
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